Jahresrückblick 2012

Nun haben wir heute den 21. Dezember und die Welt ist nicht untergegangen. Wie überraschend. Teile meiner eigenen kleinen Welt sind allerdings im Laufe der letzten Monate doch tatsächlich untergegangen, da wirklich viel passiert ist.

Das Jahr begann mit meinen beiden vorletzten Klausuren. Eine davon war recht easy, die andere schon recht anspruchsvoll. Hab dann aber beide doch sehr gut bestanden. Leider war der Klausurtermin einen Tag nachdem Sven Efftinge bei der JUG Ostfalia Xtext vorstellte. Somit konnte ich an der Präsentation nicht teilnehmen, da ich lernen musste. Etwas ärgerlich. Nach den Klausuren hatte ich verständlicherweise gute Laune, da ich alle schweren Arbeiten erledigt hatte.

Der Hammer kam dann am Valentinstag, dem 14.02.2012. Unsere Gesellschafterin, die Frau vom verstorbenen Geschäftsführer der ECW, war der Meinung, das Unternehmen an ein IT-Systemhaus aus Braunschweig verkaufen zu müssen. Für uns alle war das ein echter Schlag ins Gesicht, weil keiner darüber im Vorfeld informiert worden ist. Nach den ersten Informationen stellte ich dann fest, dass das Unternehmen, dass die ECW aufkaufen wollte, vermutlich nicht ganz so professionell arbeitete. Deren Website war seit Monaten gehackt, gleiches galt für eine ihrer Kundenwebsites (ein großes Reiseportal). Über die Sicherheitslücke informierte ich natürlich die betreffenden Personen, die es nach 4 Wochen (!) geschafft haben, das Sicherheitsleck zu stopfen. Zumindest auf ihrer eigenen Firmenwebsite. Die beim Kunden ist immer noch anfällig. Für mich war das ein absolutes no-go, weil ich auf solche Sachen zwangsläufig viel Wert lege.
An sich war beim Verkauf des Unternehmens das Problem, dass die Gesellschafterin die Mitarbeiter nicht gefragt hat, was sie denn wollen. Die nachfolgende Betriebsversammlung werde ich mein Leben lang nicht vergessen. Nachdem ich mir einige Stellenangebote angeschaut hatte und bereits mir mein Zwischenzeugnis hab ausstellen lassen, wurde dann in einer ziemlich abgefahrenen Nacht- und Nebelaktion über mögliche Alternativen geredet. Das Ergebnis bestand dann darin, dass die NeosIT gegründet worden ist. Ziemlich abgefahrene Situation ist das gewesen. Die Solidarität unter den Mitarbeitern war echt enorm.

Ich reichte also meine Kündigung irgendwann Anfang/Mitte März ein und … hatte dann ab April knapp 3 Monate Urlaub. Meine Resturlaubstage und Überstunden wollten schließlich irgendwie abgefeiert werden. Ende März war dann meine letzte Prüfung in Dortmund, die gut lief. Ein gutes Gefühl, mit dem Flachmann in der Hand aus dem Prüfungsraum zu gehen 😉  Der Präsenztermin an sich war relativ unspektakulär und ich meldete im direkten Anschluss meine Projektarbeit an.

Ab April war dann das Wetter bereits so gut, dass ich wieder regelmäßig Joggen gewesen bin. Weiterhin begann ich bereits im Januar mit dem Bouldern in Braunschweig, was ich bis jetzt auch mindestens einmal in der Woche gemacht habe.  Sowieso habe ich dieses Jahr viel Sport gemacht. Mit meinem neuen Bike habe ich seit Juni dieses Jahr knapp 1700km gerissen, war im Schnitt 4km/Woche Schwimmen und noch Bouldern & Joggen.
Den Frühling und Sommer verbrachte ich eigentlich größtenteils damit, meine Projektarbeit fertig zu machen. Thema war natürlich Nostradamus, das Social Forecasting-Netzwerk. Da ich leider etwas im Stich gelassen wurde, musste ich mich um die ganze Implementierung und Umsetzung selbst kümmern. Da ich die durch den Urlaub den ganzen Tag zu Hause gewesen bin, konnte ich abwechselnd arbeiten und parallel auf dem Balkon lesen. Das Ergebnis war, dass ich bereits Ende Mai eine gesunde braune Färbung hatte.

Mit der Kündigung bei ECW und der Neugründung der NeosIT kam es auch zu Veränderungen. Zwei der drei Azubis kamen mit in das neue Unternehmen, der dritte verließ uns leider und ging zurück nach Berlin. Allerdings wegen familiärer Umstände. Während dieser Zeit hatte die IHK auch ein offenes Ohr für unsere Probleme. Mit dem Verkauf von ECW wurde ebenfalls das Inventar verkauft. Ich staubte den Kickertisch für einen ganz guten Preis ab und war nicht mehr an ein Weiterarbeiten bei ECW nach Ende des Studiums (quasi als Bedingung für den Ausgleich der Studienkosten) gebunden.

Zum 1.7. begann dann die Arbeit bei der NeosIT. Eine chaotische Situation, bei der wir mit 8 – 10 Personen in einem winzigen Büro saßen, da die neuen Büros elendig lange zur Fertigstellung brauchten. War andererseits aber auch total witzig. In dieser Zeit habe ich auch meine Liebe zu den Produkten von Atlassian entdeckt, so dass wir endlich JIRA und Confluence einsetzten. Ich kümmerte mich dann um die Einrichtung von Netzwerk, Build Server, Migration von bestehenden Repositories von SVN zu Git und andere Dinge. War auf jeden Fall spaßig.

Mitte September stellte ich beim Präsenztag meinem Prof meine Projektarbeit vor, die im Endeffekt mit einer 1.0 bewertet worden ist. War ein ziemlich spannendes und konstruktives Gespräch, was mich in den Möglichkeiten der Applikation bestärkt hat. Tags zuvor fuhr ich noch mit Martin in die Kletterhalle Bergwerk zum Bouldern, was auch ziemlich spaßig gewesen ist.

Der Oktober bestand darin, im Projektgeschäft Features zu implementieren und Prozessbegleitung zu machen. Hier hat in den letzten Monaten das Entwicklerteam echt gute Arbeit geleistet, so dass ich aus Projektsicht auf dieses Jahr glücklich zurückblicke. Leider waren die sozialen Einschnitte dieses Jahr echt groß. Zwei Elternteile meiner besten Freunde sind dieses Jahr gestorben und eine langjährige Freundschaft musste ich wegen inakzeptablen Randbedingungen beenden. Das waren alles Erlebnisse, die die zweite Hälfte des Jahres geprägt haben.
Natürlich gab es auch gute Momente, z.B. das Jogging mit Julian und meiner Liebsten, die Fernsehabende, die nächtlichen Gespräche mit Whiskey auf der Parkbank am Allersee, Hochzeiten, spontane Kneipenbesuche nach der Arbeit oder auch der gestrige Besuch in der Autostadt. War also schon schön.

Wie dem auch sei. Im November wurde es dann stressig. Zuerst fuhren Jenny und ich ins Tropicals Islands nach Berlin, wo ich ein echt schönes Zimmer gebucht hatte. Wir verbrachten die beiden Tage in der Sauna und konnten gut entspannen. Direkt einen Tag später war das Barcamp in Braunschweig, bei der ich eine kurze Präsentation über Xtext hielt, nachdem ich Mitte November meine Bachelorarbeit zum Thema Xtext angemeldet hatte. Letzte Woche waren Jenny und ich noch beim Toten Hosen-Konzert in Hannover, was auch total gut gewesen ist. Silvester wird dieses Jahr in der BarCelona gefeiert.

Trivia:

  • Mit der Band haben wir durch die Todesfälle und Studium leider wenig geprobt. Dafür habe ich privat wieder deutlich mehr Gitarre gespielt.
  • Sport, Sport, Sport! Knapp 1 1/2 Jahre Nichtraucher und ich mache so viel Sport in der Woche.
  • Bei einer Akupunktur kann ich total schnell einschlafen.
  • In den letzten zwei Monaten habe ich zu viele Serien gesehen (Person of Interest, Arrow, Continuum, Nikita, Homeland, Fringe, Misfits, Revolution, Alcatraz, Gravity, NTSF:SD:SUV, Once Upon a Time)
  • Auf meinem Smartphone findet sich in der Playlist seit Monaten nur noch Broilers und Betontod.
  • Ich liebe mein Nexus S!
  • Bis Anfang Dezember war es hier ziemlich warm.

Rückblickend schaue ich mal auf meine Vorsätze des letzten Jahres

  • Meine Klausuren fertig schreiben: yes! Schnitt: 1.0.
  • Endlich mal bei der JUG Ostfalia auftauchen: nope, nächstes Jahr?
  • Nostradamus endlich an den Start bringen: nope, Domain ist aber schon gebucht und die Anwendung läuft auch
  • Mehr Holzarbeiten: nope, Studium hatte Vorrang
  • Wieder Schwimmtraining – wie mir das fehlt: Ja, in der Spitzenzeit 2 1/2km pro Schwimmeinheit geschwommen
  • Gödel, Escher, Bach zu Ende lesen: Ich … äh… habe weitergelesen!
  • Diät wegen Nahrungsmittelunverträglichkeit machen: Ja. Festgestellt, dass Tomaten, Nüsse, Rotwein und Sojasauce nicht so meins ist. Außerdem ist Weizen auch nicht so gut für mich 🙁
  • Endlich zum Bouldern gehen: Ja. Was für ein geiler Sport 🙂
  • Mein privates Mediacenter fit machen: Nein. Nächstes Jahr
  • Eventuell neuen Fernseher kaufen: Nein. Definitiv nächstes Jahr

Eigentlich recht wenig geschafft. Für 2013 steht folgendes auf dem Plan

  • Bachelor mit 1.0 schaffen
  • Sobald Bachelor geschafft ist: Neuen Fernseher kaufen und Mediencenter aufsetzen
  • Nostradamus online bringen

 

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