Jahresrückblick 2011

Das Jahr 2011 geht dem Ende entgegen. Für mich ist das gut und andererseits auch nicht so gut.

Gut ist, dass der Prüfungsstress des Studiums in genau drei Wochen vorbei ist. Dann schreibe ich die beiden letzten schwierigen Klausuren. Es folgen noch eine Banane-Klausur, eine Projektarbeit und die Bachelorarbeit.
Nicht so gut ist, dass ich ab nächstem Jahr wieder regelmäßiger zur Arbeit gehen kann/darf/muss.

2011 begann für mich mit einer kompletten Umstellung: Mein Plan war bereits Mitte/Ende 2010, dass ich in 2011 mich komplett auf das Studium und ein paar private Projekte konzentrieren wollte. Somit wurde mein Arbeitsvertrag geändert und ich sollte 2011 nur noch ca. 10h/Woche im Büro arbeiten. Theoretisch.
Ebenfalls Ende 2010 suchten meine Freundin und ich eine gemeinsame Wohnung. Nach erfolgloser Suche und der Feststellung, dass es in der Stadt keine passable Wohnung für uns zwei gibt, mieteten wir einfach zu Januar eine zweite Wohnung in dem Haus, in dem ich bereits wohnte. Geniale 110qm Wohnfläche waren nun unser eigen. Ich hatte einen eigenen, riesengroßen Arbeitsraum – meine Freundin ein eigenes Ankleidezimmer.

Während wir also im Januar zusammenzogen, musste ich mich voll in Mathematik 2 reinknien. Stressig, da ich keine Ahnung von der Materie hatte und mir auch die Lust fehlte. Nebenbei musste ich mit meinen Azubis die Abschlussprojekte ihrer Ausbildung durchsprechen und Testklausuren korrigieren.

Mitte Februar hatte ich langsam den Verdacht, bei Mathe durchzusteigen. Was nicht zuletzt an der Art und Weise meines Lernprozesses lag: Jeden Tag die selben Aufgaben rechnen, so dass sich die Vorgehensweisen ins Hirn einbrannten. Hallo Gauss!
Beim Ausbildersprechtag meiner Azubis redeten wir über eine Art Forum für Auszubildende, die sich einmal pro Monat/Blockunterricht verschiedene externe Dozenten anhören können. Die Idee ist immer noch in meinem Kopf – leider konnte ich das in den darauffolgenden Monaten nicht weiter angehen.
Auf der Arbeit beschäftigte ich mit Netzwerkthemen, fixte ein par Bugs in ZABOS und lernte Mathe.

Der März kam und mir ging der Hintern ordentlich auf Grundeis. Die erste Matheprüfung des Jahres war für das Ende des Monats angesetzt. Ich lernte jeden Tag mindestens 6h. Die Prüfung selbst lief dann äußerst gut. Meine Vorbereitungen waren super und zahlten sich aus. Zwischen März und April arbeitete ich nebenbei noch an Nostradamus und stellte fest, dass die Kombination JPA (EclipseLink)/AspectJ/Spring/Maven außerordentlich suckte. Die Entwicklung machte aufgrund der langen Ladezeiten und anderweitiger Fehler keinen Spaß. Ich legte das Projekt erstmal ad acta.

Das erste Vorstellungsgespräch für einen neuen Azubi hatten wir dann im April. Lief gut. Den wollten wir haben und wir bekamen ihn schließlich auch. Nebenbei lernte ich für Mathematik 3. Auf meinem privaten Balkon, da das Wetter bereits Anfang April enorm gut gewesen ist.
Ende April hatte ich bereits eine knusprige Hautfarbe.
Direkt nach Ostern hörte ich mit dem Rauchen auf. Von heute auf morgen und freiwillig. Erste Veränderungen konnte ich bereits 4 Wochen später beim Schwimmtraining deutlich bemerken.

Im Mai schrieb ich dann Mathmatik 3. Lief ebenfalls gut. Ich rauchte dann zwar zur Netzwerkparty Anfang Juni noch eine Kippe, schmiss sie dann aber nach der Hälfte weg.

Dann kam das wohl einschneidenste Ereignis des Jahres: Jürgen – Geschäftsführer und Freund – verstarb plötzlich. Ich war unheimlich geschockt und hatte Probleme, meine Vorbereitungen zu Mathematik 4 (Statistik) und IT-Recht zu erledigen.
Direkt nach dem Prüfungstermin am 1. Juli fuhr ich wieder zurück nach Wolfsburg, nur um dann am nächsten Tag mit meiner Liebsten zur Hochzeitsfeier ihrer Mutter nach Frankfurt zu fahren. War eine sehr lustige Party, bei der ich kuriose Geschichten hörte.

Ein paar Tage später hatten wir dann Vorstellungsgesprächsmarathon. Einer der Bewerber auf eine feste Stelle fiel dabei besonders negativ durch seine unkonventionellen Antworten auf. Wenn er denn mal antwortete.
Zwei der Bewerber auf eine Ausbildungsstelle kamen bei uns hingegen besonders gut an. Nach einigen Gesprächen einigten wir uns darauf, dass wir in diesem Jahr gleich 3 Auszubildende (1 Anwendungsentwickler, 2 Systemintegratoren) einstellen wollten. Eine Entscheidung, die ich nicht bereue.

Der Juli war vom Wetter her nicht so gut, wie die zwei Monate zuvor. Ich bereitete mich auf meine weitere Klausuren Ende September vor, machte ein paar Tage Urlaub auf dem Balkon, spielte viel Gitarre, las einige Bücher. Mit der Freundin ging es für drei Tage zur Saltherme Lüneburg. Inklusive Sauna und Massagen. Die Salzmassage war grandios.

Es folgte der August. Eigentlich hatte ich geplant, dass ich die ersten paar Tagen mit unseren neuen Azubis verbrachte und nebenbei ein bißchen studierte. Stattdessen musste ich mehr oder weniger von heute auf morgen die Entwicklung in einem unserer Projekte übernehmen. Der Zeitdruck war ziemlich mörderisch. Meine angepeilten 10h/Woche im Büro konnte ich vergessen. Ebenso die letzten halbwegs sonnigen Tage.
Meine Planung war mehr oder weniger: 4h/Tag für Projekt, 2h/Tag Azubis, 4h/Tag Studium. Freizeit ade.

Im September ging es dann mit der Ruderregatta weiter. Wegen Personalmangels und technischer Probleme war für mich sowohl die Vorbereitung als auch die der Ablauf Stress. Nebenbei lernte ich natürlich. Die Prüfungen liefen dabei halbwegs gut. Wenigstens konnte ich auf der Netzwerkparty direkt Anfang Oktober ausspannen. War lustig, da die neuen Azubis ebenfalls dabei waren.

Beim Zahnarzttermin Mitte Oktober wurde mir dann geraten, alle Weisheitszähne herauszunehmen.
Ein Tag später war Brenntag in Flechtorf. Chilliger Abend. Ich war völlig völlig entspannt – irgendwas war aber im Busch. Leider lag ich da mit meiner Vermutung richtig.
Der Termin beim Kieferchirguen in der darauf folgenden Woche machte mir Mut: Einfach mal alle Weisheitszähne bei Vollnarkose im Dezember entfernen lassen.

Die Abnahme des Projekts im November lief gut. Kunde glücklich, Team glücklich. Alles gut.
Ich motivierte mich und begann Nostradamus von Java auf PHP umzustellen. Innerhalb von zwei Wochen mit PHP mehr geschafft, als mit Java in 1 1/2 Jahren. Scary.
Es folgte ein paar Telefonate und Treffen mit unterschiedlichen Xing-Kontakten, die allsamt sehr interessant gewesen sind. Meine Prüfungen Ende November liefen hingegen schlecht. Motivation auf dem Nullpunkt, kalte Jahreszeit, eine Woche bis zur Weisheitszahn-OP und ein paar Tage zuvor erfahren, dass ich am Fuß operiert werden muss.

Die Weisheitszahn-OP zum 2. Dezember war ok. Nicht okay waren die zwei Wochen danach. Die miesesten Schmerzen, die ich bis dato hatte. Und ich bin häufig vom Baum gefallen und musste zum Nähen ins Krankenhaus gebracht werden.
Totaler Nervenzusammenbruch nach 4 Tagen ohne Schlaf, fehlendem Schmerzmittel am letzten der vier Tage und einer tauben rechten unteren Gesichtshälfte. Mimimi. Damn it.
Zwei Wochen später die Fuß-OP. War nicht so schlimm. Leider zwei weitere Wochen außer Gefecht und dementsprechend dazu verdammt, nicht schwimmen zu können.

Und nun haben wir es einen Tag vor Heiligabend. In 5 Tagen kommen die Fäden am Fuß raus, die Schmerzen im Gesicht sind fast weg. Das Studium ist fast fertig. Das Jahr ist fast geschafft.
Dieses Jahr war einfach nur stressig. Meine Planungen, die ich zu Jahresbeginn hatte, waren für die Katz. Nostradamus hätte an den Start gehen sollen. Ging es aber nicht. Keine Zeit. Ich wollte entspannen. Ging nicht. Keine Zeit. Ich wollte mehr Gitarre spielen und lesen. Ging nicht. Keine Zeit.
Was allerdings ging: Lernen – und davon viel.
Privat habe ich meine Ziele für 2011 nicht mal zu 50% erreicht – In Bezug auf Arbeit und Studium hingegen übertroffen. Ich hoffe mal, dass das 2012 anders wird.
Meine Vorsätze bzw. groben Pläne für das kommende Jahr habe ich bereits:

  • Meine Klausuren fertig schreiben
  • Endlich mal bei der JUG Ostfalia auftauchen
  • Nostradamus endlich an den Start bringen
  • Mehr Holzarbeiten. Srsly.
  • Wieder Schwimmtraining – wie mir das fehlt
  • Gödel, Escher, Bach zu Ende lesen
  • Diät wegen Nahrungsmittelunverträglichkeit machen
  • Endlich zum Bouldern gehen
  • Mein privates Mediacenter fit machen
  • Eventuell neuen Fernseher kaufen
  • Ein, zwei große Sachen, die ich zu ggb. Zeit verkünden werde

Wünsche frohe Weihnachten und einen guten Rutsch.

Leave a reply

Your email address will not be published.

You may use these HTML tags and attributes:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>