Web Application goes Desktop

Heute habe ich bei Golem gelesen, dass Titanium den Appcelerator entwickelt hat. An sich nichts Neues, schließlich werden jeden Tag zu hauf’ neue Applikationen veröffentlicht.
Das Interessante ist, dass ich erst beim Lesen des Artikels die Tragweite von RIAs für die Zukunft erfasst habe.
Kurz zum Appcelerator: Das Framework stellt ein Browser-Umgebung – bisher nur für MacOS X und Windows, Linux folgt später – bereit. Dieses  erlaubt es den Entwicklern, ihre Anwendung mehr oder weniger nativ auf dem Desktop laufen zu lassen. Dabei wird in JavaScript + XHTML entwickelt. Appcelerator bietet einige eigene JavaScript-Namespaces an, die unter anderem das Abspielen von Sounds (MP3, WAV) oder das Speichern von relationalen Daten erlauben.

Appcelerator reiht sich in die Reihe der RIA-Frameworks ein. Silverlight von Microsoft und Flex von Adobe sind sicherlich wesentlich bekannter – haben allerdings den Nachteil, dass sie eben nicht JavaScript und XHTMl für die Entwicklung nutzen. Ich persönlich zähle mittlerweile auch das GWT als RIA-Framwork.

Wann kann aber ein RIA-Framework erfolgreich sein? Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass der Entwickler -also ich- sich nicht in eine neue Technologie umständlich einarbeiten muss, sondern stattdessen bestehende Technologien benutzt werden. Eindeutig ein Plus für Appcelerator (JavaScript, CSS + XHTML) und GWT (Java + CSS).

Personen, die bereits mit WPF und XAML entwickelt haben, werden sicherlich Silverlight den Vorzug geben.
Aber nicht nur die Um- oder Eingewöhnung in das neue Environment sind wichtig, sondern auch die Features. Meine Wunschliste sieht folgendermaßen aus:

  • Abspielen von Medien – sowohl Video als auch Audio
  • Zugriff auf das Tray-Icon
  • Speicherung von Benutzerdaten in einer relationalen Datenbank (bspw. SQLite)
  • Asynchrone Verbindungen
  • JSON und XML
  • SOAP inkl. WSDL-Security
  • Netzwerkzugriff auf Layer >= 4 um beispielsweise POP3 oder IMAP zu benutzen, Gameserver anzufragen. Hiermit liessen sich etwa die Spielergebnsse eine Counter-Strike-Matches automatisch in das Blog eintragen
  • Plattformunabhängigkeit (Windows, Windows Mobile, MacOS X, Linux, Symbian)

Für mich besonders wichtig ist die Unterstützung von SOAP/Security. Denn damit können RIAs vernünftig an Service-orientierten Architekturen angebunden werden und Sessions lassen sich darüber realisieren.

Für mich steht eines fest: Im Laufe der nächsten zwei Jahre werden sich RIA-Frameworks vor allem in Business-Anwendungen durchsetzen können. Denn – und das habe ich bei der Xtopia oft genug gehört – : “Die User-Experience ist wichtig – vielleicht sogar wichtiger als die Funktionalität”.

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