Zwischenstand Xtopia 2007

Am Dienstag sind Marci, Robin und ich um 17 Uhr mit dem ICE nach Berlin aufgebrochen. Während der Zugfahrt saß eine wohl Alzheimer-Kranke Oma neben mir, ansonsten war die Fahrt relativ unspektakulär. ICE finde ich übrigens klasse: Eine Stunde hats für die Strecke Wolfsburg-Berlin gedauert.
Wir fuhren mit dem Taxi vom Ostbahnhof zu unserem Hotel und waren erstmal begeistert. Klasse Zimmer, klasse Service und wie ich heute morgen feststellen musste: Auch ein klasse Frühstück. Den Dienstag Abend verbrachten wir damit, dass wir mit zwei Flaschen Wein durch Friedrichshain irrten. Auf der Suche nach einer kleinen Kneipe mit Kickertisch. Meinem untrüglichen Sinn für gute Bars ist es dann auch zu verdanken, dass wir in einer dunklen Straße eine alternative Kneipe entdeckten. Die spielten dort Reggae, ein bissel Metal und es gab zwei Kickertische. Die Preise waren der Hammer: Kickern war kostenlos, ein halber Liter Alster kostete 2.50 und ansonsten war die Location auch mein Ding – so ein bißchen Mischung zwischen Kaschpa und Ost. Bis um halb elf verbrachten wir dort und machten uns danach auf den Weg zurück ins Hotel. Ich schaute mir -leicht angetrunken- nochmal den Saunabereich an und ging schließlich um kurz Mitternacht ins Bett.

Am Mittwoch Morgen ging es dann relativ früh aus den Betten, so dass wir pünktlich zur Keynote um zehn Uhr im Kosmos ankamen. Die Keynote war recht interessant.
Danach folgte nach einer kleinen Pause der erste Vortrag. Wir belegten den Designer Track über das Thema “Neue Möglichkeiten im Web und auf dem Desktop. Eine Einführung in Microsoft Expression Studio und Microsoft Silverlight”. Der Vortrag war vom Inhalt äußerst interessant. Die Moderatoren Oliver Scheer und Steffen Ritter konnten trotz einiger technischer Probleme eine gelunge Präsentation vortragen. Nach dem Vortrag sah ich dann, dass im Bewertungsbogen für die einzelnen Vorträge den Leuten von Microsoft ein dicker Fehler passiert ist. Anstatt “Microsoft Corporation” stand dort “MicroDoft Corporation”.
Wie dem auch sei, es folgte das Mittagessen. Es gab sehr leckeres Curry-Schnitzel mit Reis. Anschließend besuchten Robin und ich den Developer Track mit dem Thema “RIAs mit ASP.NET AJAX und dem Toolkit”, präsentiert durch Daniel Walzenbach. Leider war der Vortrag ziemlich langweilig und von den fünf vorbereiteten Demos funktionierten lediglich drei. Im Nachhinein stellte ich auch fest, dass wir in der Firma das Thema ASP.NEt nicht weiter verfolgen sollten. Die strikte MVC-Trennung ist nicht gegeben und der Code ist einfach nur grausam. ASP.NET-Entwickler mögen mir diese Aussage verzeihen.
Der kurzen Kuchenpause folgte im Designer Track der Vortrag “Mehr Freiheit für besseres Design. Was hat ein Designer von XAML?”. Jana Paetzold referierte ausgesprochen nervös und viele Teile der Präsentation wurden bereits im ersten Vortrag des Tages angesprochen. Der größte Fauxpax unterlief ihr, als sie auf eine Frage aus dem Auditorium antwortete: “Wir können das Thema ja nachher mal unter fünf Augen besprechen. Es können gerne noch mehr hinzukommen.” Was sie mit fünf Augen meinte – ich weiß es nicht. Aber ich dachte definitiv an etwas Anderes als sie. Der Großteil des Publikums auch, dem Gelächter nach zu urteilen *g*
Als letztes folgte am Dienstag für mich der Developer Track, wo Alexander Straus über “Entwicklung und Integration von Datenservices für das Web 2.0” spricht. War spannend und hatte einen guten technischen Tiefgang.

Nach dem Track gab es noch Abendessen und danach machten Marci, Robin und ich uns erstmal wieder auf den Weg zurück ins Hotel um Notebook + Sachen abzugeben und kurz zu duschen.
Um 20 Uhr ging es wieder zurück ins Kosmos. Die Party, die dort stand fand war ziemlich cool. Nur Entwickler dort, Freibier und -wein für alle, eine aufgebaute XBox, nette Leute. Ging gar nicht besser. Ich hatte das Vergnügen, mit vielen Leuten aus Süddeutschland, der Schweiz und Österreich zu reden. Unter anderem habe ich durch Zufall auch den Chef bzw. Arbeitskollegen von Mirko Stocker (blog.misto.ch) kennen gelernt.
Gegen ein Uhr wurden wir von den Securities als letzte Anwesende hinaus geworfen. Robin, Marci und ich waren derbe dicht – machten aber mit ein paar Studenten noch einen kurzen Abstecher zu Macces. Marci hatte denen kurz zuvor unsere Visitenkarten zugesteckt, da sie Interesse hatten, nach dem Studium bei uns anzufangen.

Die Nacht war recht kurz: Um zwei nach Hause gekommen, um halb sieben wieder aufgestanden. Mein Restalkohol war äußerst beachtlich. Robin hatte es hingegen wesentlich schlimmer erwischt: Beim Frühstück aß er fast nichts und wirkte auch ziemlich abwesend.
Somit erlebten Robin und ich die erste Präsentation des Developer Tracks im angetrunkenen Zustand. Oliver Scheer machte seinen Job bei “Silverlight – der erste Kontakt” sehr gut. Ist ein echte Alleinunterhalter. Der zweite Vortrag von Frank Fischer über “Dynamische Sprachen” war technisch recht anspruchsvoll. Fischer berichtete über die Implementierung von IronPython bzw. IronRuby in .NET. In den meisten Gesichtern der Anwesenden erkannte ich, dass das Thema wohl recht kompliziert war. Zumal war ich einer der wenigen, die die Code-Beispiele unter Ruby bzw. Python sofort nachvollziehen konnte. Entwickler in diesen Programmiersprachen waren fast gar keine vorhanden.
Robin machte sich nach dem Vortrag erst einmal zurück zum Hotel, ich hörte mir den nächsten Vortrag von Oliver Scheer an: “Silverlight – Hard Rock im Web”. Dort wurde noch einmal Popfly präsentiert und Oliver zeigte, wie man Code-Behind in Silverlight benutzt. Für mich als .NET und Silverlight Neuling war es ganz interessant. Bei einigen Sachen musste ich feststellen, dass Silverlight bei einigen Sachen des GWTs abgeschaut hat.
Zur Mittagspause futterte ich ein bissel was, allerdings nicht so viel wie am Mittwoch. Das Essen hatte mir heute nicht sonderlich gut geschmeckt.

Um halb drei referierte Dirk Primbs über “Deep Diving XAML und WPF”. Die Präsentation hatte es mir echt angetan. Primbs zeigte die Möglichkeiten, die man mit dem WPF hat. Ich bin begeistert, wie einfach man GUIs mit XAML entwerfen kann.
Gegen 16 Uhr begann Christian Weyer seinen Vortrag zum Thema “Ein Rückgrat für das Web 2.0: Services mit WCF jenseits von SOAP”. Weyer präsentierte das Thema so spannend, dass meine Nachmittagsmüdigkeit ratzfatz verflog.
Während der Präsentation fragte Weyer, wie viele Entwickler denn im Publikum seien. Es meldeten sich fast alle. Dann kam die Gegenfrage, wer denn Designer sei. Marci, der neben mir saß, hob als Einziger die Hand und handelte sich damit einiges Gelächter ein 😉
Als letzten Act wohnten wir “Prototyping” von Christian Lutsch bei. Der Vortrag war auf eine Art langweilig, die ich wiederum spannend fand. Lutsch hat eine komische Art von Humor und ich musste mehrmals herzhaft lachen.

Ich werde nun kurz unter die Dusche springen und schließlich mit Marci und Robin ein romantisches 4-Gänge-Candlelight-Dinner einnehmen 🙂

Comments ( 2 )

  1. / ReplyDaniel Walzenbach
    Ja hi Christopher, sorry dass Dir der Vortrag nicht gefallen hat (was ich gut verstehen kann da er mir auch nicht gefiel). Ich bin an dem Morgen mit Fieber aufgestanden und stand während der zwei Vorträge „neben mir“. Als Entschädigung würde ich Dir anbieten, auf einem Treffen Deiner Usergroup (sofern Du einer angehörst) einen Vortrag zu halten und zwar frisch ausgeruht und gesund :-) Was meinst Du? Schreib mir doch einfach über meinen Blog (http://blogs.msdn.com/walzenbach/contact.aspx). Schöne Grüße Daniel P.S. Scott Guthrie hat übrigens auf seinem Blog über das ASP.NET MVC Pattern geschrieben. Du findest den Artikel hier: http://weblogs.asp.net/scottgu/archive/2007/10/14/asp-net-mvc-framework.aspx.
  2. / ReplySchakko
    Hallo Daniel, danke für deinen Blogbeitrag. Ich habe mir beinahe schon gedacht, dass du gesundheitlich nicht ganz auf der Höhe warst. Machtest bei dem Vortrag einen nicht ganz top-fitten Eindruck. Weiteres in deinem Blog.

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