To be Geek or not to be…

Irgendwie geht mir seit gestern der Gedanke nicht mehr aus dem Kopf, ob ich denn nun ein Geek bin oder nicht. Und vor allem stellt sich mir die Frage, ob der Job des Informatikers/System-Entwicklers/Programmiers/xyz-Begriff bei anderen wirklich so mies angesehen ist.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass der Beruf bei Frauen generell als langweilig angesehen wird. Mir sind solche Gespräche schon zig-Mal passiert: “Und was machst du so?” – “Ich bin Software-Entwickler.” – “Aha. Und sonst so?”
Der springende Punkt an der Sache ist, dass wenn ich Leute frage, was sie von mir denken (ohne vorher irgendwas über mich zu berichten), läuft es auf “arbeitslos”, “irgendwas mit Autos” oder “Alkoholiker” (das war früher einmal *g*) hinaus.
Das Standard-Klischee des Software-Entwicklers ist immer noch: Lange Haare, ausgebeulte Hose (und mit ausgebeult mein ich nicht den oberen Teil der Hose), ausgelatschte Schuhe und total fertige Augen.
Wie der Klischee-Informatiker sich zu verhalten hat, ist natürlich auch klar: hängt die ganze Zeit vorm Rechner, isst Pizza, macht kein Sport, hat keine Freunde etc.pp.

Was mir besonders aufgefallen ist, ist dass Frauen und Männer de facto unterschiedlich auf solche Typen reagieren. Bei Frauen ist es das oben beschriebene Verhalten (“Ah… Klingt nicht so spannend.”), bei Männern hingegen geht es in die Richtung “mal schauen, was der alles so weiß”.

Was zeichnet denn einen Geek nun aus? Bin ich, als Zend Certified Engineer (ich muss mich ja publishen) ein Geek? Ist Marci ein Geek weil er lange Haare hat und Webseiten designt?
Wikipedia sagt dazu:

Geek [giːk] bezeichnet ein umgangssprachlich englisches Wort für Streber, Stubenhocker.

Dies ist meiner Meinung nach totaler Unsinn. Ich geb gerne zu, ich bin ein Geek. Aber aus dem einfachen Grund, weil ich eben nicht den “traditionellen” Vorstellungen des Informatikers entspreche. Um genau zu sein, tut dies aus meinem Freundeskreis eigentlich keiner (bis auf ein, zwei Ausnahmen).
Der Unterschied zwischen Geek und Normalo-0815-Informatiker liegt darin, dass Geeks eben keine Langweiler sind. Wer mein Blog liest oder mich kennt, weiß, dass ich am Wochenende oder unter der Woche nur selten zu Hause bin. Ich bin der ein oder anderen Sauftour nicht abgeneigt, mach sehr sehr sehr gerne Party, lerne gerne neue Leute kennen, mache meinen Sport – und trotzdem verbringe ich meine Arbeitszeit und einen Großteil meiner Freizeit vor dem Rechner um irgendwelche Probleme zu lösen, die man ohne Computer gar nicht hätte.

Ich könnte durch einige meiner Kollegen und Freunde folgende Theorie aufstellen: Der moderne Geek ist eher auf der Alternative-Schiene anzusiedeln, hat kein Nerv mehr auf die ewige Linux-/Windows-/Betriebssystem-X-Diskussion, ist aufgeschlossen und partyfreudig, verbringt seine Freizeit auch gerne mal anderweitig und hat einen äußerst interessanten und loyalen Freundeskreis, mit dem wirklich jeden Mist machen kann. Im Alter wird der moderne Geek dann langsam aber sicher ruhiger, der Haarausfall macht sich bemerkbar – aber die Einstellung bleibt immer noch die gleiche.

In diesem Sinne wünsche ich einen nachdenklichen Samstag für die Leute, die ein Vorurteil gegenüber Informatiker haben.
Die Leute, die sich gerade irgendwie beschrieben gefühlt haben, kann ich nur ein Glückwunsch zurufen 😉
R0c7 0n!

Comments ( 2 )

  1. / Replygrufo
    von wegen haarausfall :-) entweder ich bin noch zu jung oder deine theorie stimmt an der stelle nicht ganz... ansonsten big smile in my face die frage wie einen andere einschätzen finde ich persönlich auch immer am lustigsten! im normalfall antworte ich auf die frage was ich arbeite einfach im büro, das stellt zufrieden und stellt einen nicht gleich in so "hässliches" klischee-licht ;-) schöne grüße grufo
  2. / ReplySchakko
    *gg* ganz genau meine Rede ;)

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